Energie vom Dach senkt die Stromkosten

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Pilotprojekt bernburger MIETERSTROM

Während Eigenheimbesitzer mit der Errichtung einer Photovoltaikanlage schon seit vielen Jahren von den Vorteilen selbst erzeugten Ökostroms profitieren, war es Mietern nicht möglich, in dieser Form an der Energiewende teilzunehmen. Mit dem sogenannten Mieterstrommodell soll sich das nun ändern.

Mit dem von der Bernburger Wohnstättengesellschaft grundhaft sanierten Objekt Saalplatz 12 nehmen die Stadtwerke Bernburg erstmals an ein solches Mieterstromprojekt in Angriff und errichtete auf dem Dach des schicken Wohnkomplexes Saalplatz 12 eine kleine aber hocheffiziente Photovoltaik-Anlage. Im Gegensatz zu Eigenheimbesitzern müssen sich aber die Mieter der darunterliegenden Wohnungen um nichts kümmern und keinerlei Investitionen tätigen.

„Das Modell bernburger MIETERSTROM lohnt sich für alle Beteiligten”, versichert Gerald Bieling, Geschäftsführer der Bernburger Stadtwerke. „Der Strom, den die PV-Anlage liefert ist deutlich günstiger als herkömmlicher Strom, da durch Erzeugung und Verbrauch direkt im Haus die öffentlichen Netze nicht genutzt und somit keine damit verbundenen Entgelte und Umlagen fällig werden.“ erklärt er die Vorteile. Je nach Art und Größe der Anlage sind mit dem grünen bernburger MIETERSTROM Einsparungen von 10 bis zu 25 Prozent gegenüber dem marktüblichen Strompreisen möglich.

Das Prinzip ist einfach: Sobald die Anlage auf dem Dach Strom erzeugt, können die Mieter im Gebäude diesen Strom nutzen. Überschüssiger Strom fließt ins Netz. Übersteigt der Strombedarf die Produktion der Anlage, merken die Mieter davon nichts. Es wird dann automatisch Strom aus dem Netz der Stadtwerke eingespeist. „Und das auch zu äußerst attraktiven Konditionen“ wie der Stadtwerke Geschäftsführer verspricht.

 

Denny Gerstenberger war von der Idee bis zur Inbetriebnahme hautnah mit dabei.
„In Sachsen-Anhalt gibt es bislang nur eine einzige Mieterstrom-Anlage“ erzählt der Stadtwerke Mitarbeiter, der sichtlich stolz ist, für ein solches Pilotprojekt die technische Leitung übertragen bekommen zu haben. „Die Berechnung der Wirtschaftlichkeit war ganz schön kniffelig, denn aufgrund der kleinen Fläche mussten wir uns für eine preisintensivere, dafür äußerst effiziente PV-Anlage entscheiden. Ein Großteil des auf dem Dach produzierten Ökostroms wird direkt Objekt verbraucht werden“ prognostiziert er und fügt begeistert hinzu. „Seitdem die Anlage in Betrieb ist sehe ich mindestens einmal täglich im Energieportal nach, wie sie läuft.“

Einen solchen Zugang haben übrigens auch die Nutzer des Mieterstrommodells bekommen und können dort die aktuelle Leistung, Ertrag und CO2-Einsparung „ihrer“ Anlage einsehen.

Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme am Saalplatz folgt in Kürze das nächste Mieterstrom-Projekt der Stadtwerke gemeinsam mit der Bernburger Wohnungsgenossenschaft. Die beiden Mehrfamilienhäuser „Marie“ und „Luise“ des Bauprojekts Marienhof am Hasenturm erhalten ebenfalls eine Photovoltaik-Anlage im Rahmen des Mieterstromkonzepts der Bernburger Stadtwerke.

„Aufgrund unserer positiven Erfahrungen am Saalplatz sind wir zuversichtlich, dass wir auch im Marienhof alle Mieter für das Konzept bernburger MIETERSTROM begeistern können.“

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